Autismus-Diagnostik bei Erwachsenen in München

Gendersensible und neuroaffirmative Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störung

Ich kombiniere aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Neurodiversität mit einem tiefen Verständnis dafür, wie Gender, Sozialisation und gesellschaftliche Erwartungen das Erscheinungsbild neurodivergenter Merkmale formen.

  • Was bedeutet neuroaffirmativ?

Neuroaffirmative Diagnostik erkennt ADHS und Autismus als natürliche Variationen menschlicher Neurobiologie an, nicht als Fehler oder Defizit. Ziel ist kein Aufzeigen von „Mängeln“, sondern das Verstehen Ihrer ganz eigenen Wahrnehmungs-, Denk- und Erlebensweise.

  • Warum gendersensibel?

Klassische AD(H)S- und ASS-Diagnostik basiert historisch auf Studien, die überwiegend Jungen und Männer einbezogen haben. Die Folge: Frauen, Mädchen, nicht-binäre und trans* Personen bleiben oft jahrzehntelang unerkannt oder erhalten Fehldiagnosen wie Angststörung, Depression oder Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Wann kann eine Autismus-Diagnostik sinnvoll sein?

Eine Autismus-Diagnostik kann sinnvoll sein, wenn Sie sich schon länger fragen, warum bestimmte soziale, sensorische oder alltägliche Situationen für Sie deutlich anstrengender sind als für andere.

Gerade im Erwachsenenalter kann Autismus lange unerkannt bleiben. Manche Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens Strategien, um sich an soziale Erwartungen anzupassen oder eigene Schwierigkeiten auszugleichen. Dieses sogenannte Masking oder Camouflaging kann dazu führen, dass autistische Merkmale von außen wenig sichtbar sind – gleichzeitig kann die dauerhafte Anpassung sehr belastend sein.

Eine diagnostische Abklärung kann unter anderem sinnvoll sein, wenn Sie sich in folgenden Fragen wiedererkennen:

  • Warum empfinde ich soziale Situationen häufig als anstrengend, obwohl ich nach außen gut zurechtkomme?
  • Warum muss ich mich nach sozialen Kontakten häufig zurückziehen und erholen?
  • Warum fällt es mir schwer, unausgesprochene soziale Regeln oder Erwartungen intuitiv zu erfassen?
  • Warum analysiere ich Gespräche im Nachhinein immer wieder und frage mich, ob ich etwas „falsch“ gemacht habe?
  • Warum brauche ich viel Struktur, Routinen oder vorhersehbare Abläufe, um mich wohlzufühlen?
  • Warum belasten mich spontane Veränderungen oder unerwartete Situationen besonders?
  • Warum nehme ich Geräusche, Licht, Gerüche, Berührungen oder andere Reize besonders intensiv wahr?
  • Warum habe ich bestimmte intensive Interessen oder Themen, mit denen ich mich besonders tiefgehend beschäftige?
  • Warum habe ich das Gefühl, mich im Kontakt mit anderen Menschen häufig anpassen oder „eine Rolle spielen“ zu müssen?
  • Warum fühle ich mich trotz äußerlich guter Anpassung immer wieder erschöpft, überfordert oder ausgebrannt?
  • Warum hatte ich bereits wiederholt Phasen starker Überforderung oder Rückzug, ohne die Ursache richtig zu verstehen?
  • Warum habe ich das Gefühl, irgendwie „anders“ zu sein, ohne genau benennen zu können, worin dieser Unterschied liegt?

Eine oder mehrere dieser Erfahrungen bedeuten nicht automatisch, dass eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt. Ähnliche Erfahrungen können beispielsweise auch im Zusammenhang mit ADHS, Angststörungen, Depressionen, Traumafolgestörungen oder anderen psychischen Belastungen auftreten.

Eine sorgfältige Diagnostik betrachtet deshalb nicht nur einzelne aktuelle Merkmale, sondern auch Ihre Entwicklung seit der Kindheit, Ihre individuelle Lebensgeschichte und mögliche alternative Erklärungen.

  • Was kann eine Diagnose verändern?

Eine Diagnostik kann dabei helfen, die eigene Lebensgeschichte besser einzuordnen und bisherige Erfahrungen aus einer neuen Perspektive zu verstehen.

Unabhängig davon, ob sich der Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung bestätigt, kann die diagnostische Abklärung dabei helfen, eigene Bedürfnisse und Belastungsfaktoren besser zu verstehen und passende Strategien für den Alltag zu entwickeln.

Ablauf der ASS-Diagnostik

Schritt 1 – Erstgespräch & Anamnese

Kennenlernen, Lebens- und Entwicklungsanamnese, Klärung Ihrer Fragestellung. Gerne können Bezugspersonen einbezogen werden (Fremdanamnese).

Schritt 2 – Fragebogendiagnostik

Standardisierte Testverfahren zu Autismus (z. B. AQ, GQ-ASC, CAT-Q), werden Ihnen zugesendet.

Schritt 3 – Testpsychologische Untersuchung

Klinisch standartisierte Testung/Interview findet statt, ggf. ergänzt durch verhaltensbeobachtende Verfahren.

Schritt 4 – Auswertung & Befunderstellung

Sorgfältige Integration aller Ergebnisse in einen schriftlichen Befundbericht – gendersensibel, neuroaffirmativ formuliert, verständlich und ressourcenorientiert.

Schritt 5 – Rückmeldegespräch

Gemeinsame Besprechung der Ergebnisse, Raum für Ihre Fragen, Empfehlungen für weitere Unterstützung und nächste Schritte.    

                                                               

Kosten:

Für gesetzlich Versichterte wird die ASS-Diagnostik als Selbstzahlerleistung angeboten.

Das aktuelle Gesamtpaket beträgt 408,03 €

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